Im Rad-Forum hatten wir beschlossen am Samstag den 1. September 2007 über die Großglockner-Straße zu fahren. Einige Forumsmitglieder hatten sich angemeldet und so gab es eine kleine Sternfahrt.
Ich fuhr am Dienstag den 28.8.07 mit meinem MTB+Bob in Aichwald in Richtung Augsburg los. Nach knapp 8 Std. und 160 km erreichte ich den Campingplatz in Gersthofen. Schöne Fahrt bei sonnigem Wetter über die Schwäbische Alb.(Aichwald,Plochingen,Geislingen,Lonsee,Leipheim,Burgau, kurz vor Augsburg nach Gersthofen)
Zeltplatz mit eigener Bank
Es blieb auch die ganze Nacht trocken. Erst morgens um 7 Uhr, gerade als ich das Zelt abbauen wollte, fing es sehr stark an zu regnen. Um 9 Uhr ließ der Regen etwas nach und ich konnte packen und losfahren.(Über Fürstenfeldbruck nach München) Nach 4 1/4 Std. und 85 km Dauerregen kam ich in Thalkirchen auf dem CP an. Dort waren schon Jakob und Klaus eingetroffen. Kurz nach mir kam auch Falk dazu.
Um 17 Uhr wurden wir von Andi und Alex abgeholt. Quer durch München ging es mit den Rädern zu Werner, seines Zeichens Starkoch i.R., der für uns "Glocknermatadoren" einen riesigen Topf Kartoffelsuppe gekocht hatte. 2 Fässer Andechser waren auch bereitgestellt und so nach und nach trudelten ca. 15-20 Forumsmitglieder ein. Es war ein sehr schöner und feuchtfröhlicher Abend bei dem die Zeit wie im Flug verging. Irgendwann, zu vorgerückter Stunde lotste uns Anja bei strömendem Regen wieder zurück auf den CP. Nach kurzer Nacht ging es dann um 7 Uhr los. Jürgen, der bei Werner übernachtet hatte, lotste uns dann mit Hilfe seines GPS-Gerätes und einer Ehrenrunde über Möschenfeld nach Grafing. Aufgrund des schlechten Wetters nahmen wir dort den Zug bis Kufstein. Kaum angekommen, wurde das Wetter besser und wir konnten trocken bis nach St. Johann i.T. radeln. (Kufstein,Ellmau,Going,St. Johann, 90km) Kaum standen die Zelte, regnete es wieder. Im Aufenthaltsraum machten wir es uns gemütlich und bei Nudeln und Bier kam schnell eine gute Stimmung auf.
Nudeln mit Ketchup, Käse und Weisswürsten
Yipiih
Am nächsten Morgen dann endlich schönes Wetter.
Kurz nach Kitzbühel eine kleine Kaffeepause
Weiter gings zum Pass Thurn.
Trikebiker Klaus
Die Passstraße war wenig befahren und angenehm breit. Auf der Passhöhe (1273m) wurden die üblichen "Beweisfotos" gemacht:
Pass Thurn 1273m Ich
Pass Thurn 1273m Jürgen
Pass Thurn 1273m Falk
Die anschließende Abfahrt nach Mittersill war klasse. Dem Tauernradweg entlang ging es weiter bis nach Fusch.
schmale Spur im Salzachtal
Kurz vor dem CP hab ich am Vorderrad einen Platten, komme aber mit einmal nachpumpen gerade noch an. Geflickt wurde, nachdem das Zelt stand. (77km,4Std.) Am Abend treffen auch Willi, Daniel (Kekser) und Daniel (Stocki) ein. Plötzlich stellte Klaus fest, dass an seinem Trike eine Schraube an der Hinterradschwinge gebrochen war. Mit einem Akkuschrauber versuchte ich die Schraube auszubohren, leider ohne Erfolg. An einer nahegelegenen Tanke konnte Klaus sein Trike aber am nächsten Morgen reparieren lassen. Den Abend verbrachten wir wieder im Wirtshaus, schließlich galt es, Willis Ruhestand und Daniels Geburtstag zu feiern.
Daniel, Willi, Jakob, Klaus, Ich, Falk, Jürgen
Morgens sah der Himmel bedrohlich aus, (Blick in Richtung Glocknerstraße)
Unsere Zelte
Nachdem ich all meine Sachen auf den BOB geladen hatte, zog ich sicherheitshalber gleich die Neoprenüberschuhe an.
Da auf der Großglockner-Straße jeder sein eigenes Tempo und seinen eigenen Rhytmus fahren wollte, machte es auch keinen Sinn, gemeinsam loszufahren. Ich fahre um 8 Uhr 15 los und treffe unterwegs Jakob.
Die Wolken hängen tief aber es ist noch trocken. Nach einer halben Stunde treffe ich Willi,der in einer Pension übernachtet hatte. Eine kleine "Zwangspause" mussten wir wegen ein paar Rindern einlegen. Anschließend war die Straße ordentlich mit den Hinterlassenschaften der Rindviecher verziert.
Die Straße steigt kontinuierlich mit 12%. Jetzt macht sich auch das Gewicht des Anhängers bemerkbar. Ich fahre weiter bis auf ca. 1600m, wo ich nach einer kleinen Pause vom jetzt stark einsetzenden Regen zur Weiterfahrt getrieben werde. Bis zur Gaststätte am Fuschertörl regnet es sehr stark bei gleichzeitig starkem Nebel, so dass ich auf eine weitere Pause keine Lust mehr hatte. Ich schalte sicherheitshalber die Rückleuchten am Rad und am BOB an, um von den Fahrern der Fiat-500-Nachbauten, die mich die ganze Zeit überholen, rechtzeitig gesehen zu werden. Bei 4°C Lufttemperatur und klatschnass komme ich nach 3 1/2 Std. am Wirtshaus Fuschertörl an. Drinnen ziehe ich mich als erstes um und trinke dann gemütlich Kaffee.
am Gasthof "Fuschertörl"
Blick zum Fuschertörl
Fuschertörl im Nebel
Nachdem ich im Wirtshaus 1 1/2 Std. auf die anderen gewartet habe, wollte ich gerade weiterfahren, als Willi und Jakob ankamen. Die beiden hatten sich in einer Wirtschaft weiter unten aufgewärmt. Am Parkplatz waren die ganzen Oldtimer geparkt, einschließlich Willis Damenrad.
Blick zurück, von den anderen ist noch nichts zu sehen.
Blick Richtung Hochtor, der Regen ging in Graupel über.
Zu Dritt fuhren wir weiter und machten am Fuschertörl noch einen Fotostopp.
Einen Regenbogen gabs auch zu sehen:
Auf der Straße lief uns das Wasser entgegen
Dazu noch Nebel und kalter Wind
Am Hochtor auf der Salzburger Seite angekommen, das übliche Gipfelfoto 2504m
Kurz nach mir kamen auch Willi und Jakob
Plötzlich tauchten Daniel und Jürgen aus dem Nebel auf
und so gabs noch ein Foto vor dem Hochtortunnel 2504m
Gemeinsam gings dann durchs Tunnel auf die Kärntner Seite
wo ebenfalls wieder Fotos gemacht wurden
Hier war das Wetter um Klassen besser
Kärntner Seite
Die Abfahrt war grandios, trockene Straße und Sonnenschein. Mit jedem Höhenmeter tiefer, wurde es wärmer.
In Heiligenblut am Möllfluß-Camping wurden die Zelte aufgebaut. Kurz nach uns kamen auch Klaus und Falk an. Über Österreich gab es "bayerischen Himmel" zu sehen. Den Abend verbrachten wir in der nahegelegenen Wirtschaft bei Enzian und Bier. (45 km, 1869 Hm)
Am nächsten Morgen waren die Gipfel weiß überzuckert.
Ein ausgiebiges Frühstück musste sein.
Bis Winklern blieben wir noch zusammen. Hier trennten sich Jürgen und Daniel von uns. Die beiden wollten nach Südtirol. In Obervellach verließ uns auch Falk in Richtung Spittal. Für Klaus, Jakob und mich ging es ab jetzt wieder einige hundert Höhenmeter bergauf zum Bahnhof nach Mallnitz. Hier gab es noch eine Überraschung: Mein Kumpel Leo und seine Frau, die in der Nähe Urlaub machten, standen als "Streckenposten" bereit um uns ausgiebig mit Mineralstoffen zu versorgen. Wir konnten unsere Packtaschen mit durstlöschendem Material füllen. Danke an Leo und Uli !!!
Streckenposten Leo
Am Bahnhof mußten wir nicht lange warten, der Zug durchs Tunnel fährt alle halbe Stunde. Unsere Räder konnten wir auf dem vorderen Plattformwagen hinlegen. Nach 10 Minuten war die Fahrt schon wieder beendet und vor uns lag eine tolle Abfahrt durchs Gasteiner Tal. Aufgrund des Mehrgewichts von einigen Bierdosen, (dank Leo) konnte ich meinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord mit dem BOB etwas nach oben schrauben (V/max:81,9 km/h).
Böckstein
Wir radelten noch bis nach St.Johann i.P., wo wir zum letzten Mal auf dieser Tour unsere Zelte aufbauten. Der Morgen sah gut aus, nach einer kleinen Runde durch St.Johann radelten wir auf dem Tauernradweg 70 km nach Salzburg.
Dom in St.Johann im Pongau
Tennengebirge
Am Tauernradweg
Burg Werfen
Zu guter Letzt gabs doch noch einen kleinen "Pass" zu bewältigen: Der Pass Lueg mit seiner gewaltigen Höhe von 553 m über dem Meer.
In Salzburg angekommen, gabs noch schnell ein Abschiedsfoto, dann konnten wir in die Bahn einsteigen. Ich stieg in Plochingen als erster aus, Klaus und Jakob hatten auch nur noch ein kleines Stück weiter.
Salzburg
Insgesamt bin ich auf dieser Tour 636 km und 5813 Hm gefahren.